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Installation von SuSE Linux 9.3 auf einem IBM Thinkpad T42 Laptop

Vorwort

Dieser Text beschreibt eine Installation von SuSE 9.3 auf einen Thinkpad T42 neben einer bestehenden Microsoft-Windows-Installation. Die Installation ist von einigen Fallstricken abgesehen unspektakulär.

Der Laptop besitzt eine Rescue-Partition anstelle einer Installations- CD. Diese Partition wollte ich erhalten, da Windows leider öfter eine Neuinstallation benötigt. SuSE bietet die Möglichkeit, während der Installation Partitionen zu verkleinern. Diese darf aber auf keinen Fall verwendet werden, wenn man später noch mit Windows arbeiten will. Diese Probleme resultieren aus der Rescue- Partition und den versteckten Bootloader, den IBM seinen Laptops spendiert.

Die Hardware

Ausgabe von `lspci'

0000:00:00.0 Host bridge: Intel Corporation 82855PM Processor to I/O Controller (rev 03)
0000:00:01.0 PCI bridge: Intel Corporation 82855PM Processor to AGP Controller (rev 03)
0000:00:1d.0 USB Controller: Intel Corporation 82801DB/DBL/DBM (ICH4/ICH4-L/ICH4-M) USB UHCI Con[..]
0000:00:1d.1 USB Controller: Intel Corporation 82801DB/DBL/DBM (ICH4/ICH4-L/ICH4-M) USB UHCI Con[..]
0000:00:1d.2 USB Controller: Intel Corporation 82801DB/DBL/DBM (ICH4/ICH4-L/ICH4-M) USB UHCI Con[..]
0000:00:1d.7 USB Controller: Intel Corporation 82801DB/DBM (ICH4/ICH4-M) USB2 EHCI Controller [..]
0000:00:1e.0 PCI bridge: Intel Corporation 82801 Mobile PCI Bridge (rev 81)
0000:00:1f.0 ISA bridge: Intel Corporation 82801DBM (ICH4-M) LPC Interface Bridge (rev 01)
0000:00:1f.1 IDE interface: Intel Corporation 82801DBM (ICH4-M) IDE Controller (rev 01)
0000:00:1f.3 SMBus: Intel Corporation 82801DB/DBL/DBM (ICH4/ICH4-L/ICH4-M) SMBus Controller (rev 01)
0000:00:1f.5 Multimedia audio controller: Intel Corporation 82801DB/DBL/DBM (ICH4/ICH4-L/ICH4-M) \
             AC'97 Audio Controller (rev 01)
0000:00:1f.6 Modem: Intel Corporation 82801DB/DBL/DBM (ICH4/ICH4-L/ICH4-M) AC'97 Modem Controller [..]
0000:01:00.0 VGA compatible controller: ATI Technologies Inc Radeon Mobility M7 LW \
             [Radeon Mobility 7500]
0000:02:00.0 CardBus bridge: Texas Instruments PCI4520 PC card Cardbus Controller (rev 01)
0000:02:00.1 CardBus bridge: Texas Instruments PCI4520 PC card Cardbus Controller (rev 01)
0000:02:01.0 Ethernet controller: Intel Corporation 82540EP Gigabit Ethernet Controller (Mobile) [..]
0000:02:02.0 Network controller: Intel Corporation PRO/Wireless 2200BG (rev 05)

Platz schaffen für Linux

Die originale Aufteilung der Partitionen sieht folgendermaßen aus:

unit: sectors

/dev/hda1 : start=       63, size= 62910477, Id= c, bootable
/dev/hda2 : start=146664000, size=  9631440, Id=12
/dev/hda3 : start=        0, size=        0, Id= 0
/dev/hda4 : start=        0, size=        0, Id= 0

Die Partition hda1 wird mit einer Knoppix-CD verkleinert und damit Platz für Linux geschaffen. Das erledigen wir mit dem Tool qtparted, das sich mit auf der Knoppix-CD befindet. Ich habe knapp 40 GB für Linux frei gemacht. Nach der Verkleinerung der Partition muss qtparted beendet werden und das eigentliche Anlegen der Partitionen mit cfdisk oder fdisk erledigt werden, da qtparted leider genau wie der SuSE- Installer auch nicht mit der Rescue- Partition von IBM umgehen kann. Meine neue Partitionsaufteilung sieht so aus:

unit: sectors

/dev/hda1 : start=       63, size= 62910477, Id= c, bootable
/dev/hda2 : start=146664000, size=  9631440, Id=12
/dev/hda3 : start= 62910540, size= 83753460, Id= 5
/dev/hda4 : start=        0, size=        0, Id= 0
/dev/hda5 : start= 62910603, size=   195489, Id=83
/dev/hda6 : start= 63106155, size= 21799701, Id=83
/dev/hda7 : start= 84905919, size= 60000129, Id=83
/dev/hda8 : start=144906111, size=  1757889, Id=82

Zur Sicherheit kann man die Partitionstabelle sichern:

sfdisk -d /dev/hda > hda.PTT

Um die alte Partitionstabelle wieder herzustellen, schreibt man die Datei einfach zurück:

sfdisk /dev/hda < hda.PTT

Bei dieser Gelegenheit sollten wir auch den master boot record (MBR) der Festplatte sichern, da SuSE ihn während der Installation überschreibt. Sollte nicht alles klappen wie geplant kann man weder auf die Windows Installation noch auf die Rettungspartition von IBM zugreifen, deshalb ist eine Sicherung von Vorteil. Die Sicherheitskopie erstellt man mit:

dd if=/dev/hda of=./hda.mbr bs=512 count=1

für den Fall, das etwas schief geht kann man sie so zurück spielen:

dd if=./hda.mbr of=/dev/hda bs=512 count=1

Die Datei hda.mbr muss natürlich noch auf ein externes Medium geschrieben werden.

Die Installation von SuSE

Die Installation eines Linux Systems, speziell im Fall der hier verwendeten SuSE Distribution, ist sehr einfach geworden. Nur bei der Partitionierung der Festplatten ist noch Vorsicht angebracht. Nach dem Erstellen der Partitionen und dem Sichern des MBR auf einem externen Medium wie einem USB-Stick kann die Knoppix-CD entfernt und die erste SuSE CD oder DVD eingelegt und gestartet werden. Die DVD hat den großen Vorteil, dass man während der Installation nicht ständig CD's wechseln muss. Nach dem netten Begrüßungsbildschirm beim booten der DVD kann die Sprache für das Installieren ausgewählt werden, danach folgt die Hardware- Erkennung.

Achtung: Der Vorschlag der automatischen Partitionierung von SuSE sollte genau überprüft werden! Besser ist es die Partitionen für die Installation von SuSE manuell selbst anzugeben. Unbedingt nötig ist eine Festplattenpartition für das System (/ )und eine Partition für die Auslagerungsdatei von SuSE (für swap und suspend to disk). Ich habe zusätzlich noch eine Partition für die persönlichen Dateien und Einstellungen (/home) und für die Startdateien für SuSE (/boot) angelegt. Das ist für spätere Änderungen und für Sicherheitskopien von Vorteil, aber nicht unbedingt nötig. Als Startmanager habe ich grub verwendet, aber der ältere Startmanager lilo ist auch möglich. Es ist darauf zu achten, das neben dem Eintrag für SuSE auch noch 2 Einträge für Windows stehen. Der erste Eintrag ist für das installierte Windows, der zweite für das starten der Wiederherstellungs- Partition von IBM. Diese kann später nur noch über diesen Eintrag gestartet werden, nicht mehr über den blauen Thinkpad Knopf, da ja der MBR während der Installation überschrieben wird. Ansonsten können alle Einstellungen so belassen werden wie sie sind. Nach dem ersten Neustart und einem Online- Update kann die Hardware des Laptops konfiguriert werden. Es wird alles automatisch von SuSE erkannt. Der Monitor muss auf 1024x768 Punkte, LCD, 60 Hz umgestellt werden, um eine bessere Bildschirmausgabe zu erzielen.

Thinkpad-Spezifische Tasten

Die drei Tasten für Sound lauter, leiser und lautlos funktionieren auch unter Linux, da sie direkt die Hardware ansprechen, genau wie die Tasten für das Think-Light, Bildschirm heller und dunkler, Bluetooth und suspend to ram. Die Umschalttaste für den externen Monitor funktioniert eigentlich auch, nur blockt hier SuSE das Tastensignal, aber nur auf der graphischen Oberfläche. Das bedeutet das wenn man die Umschalttaste für den externen Monitor benutzen möchte man kurz auf eine Konsole umschalten muss(<Strg>+<Alt>+<F2>), in den gewünschten Betriebsmodus wechselt (<Fn>+<F7>), und dann wieder zurück auf die graphische Oberfläche wechselt (<Strg>+<Alt>+<F7>). Das lässt sich sicher bequemer lösen, nur fehlte mir bisher die Zeit, dafür eine Lösung zu finden. Der externe VGA-Ausgang funktioniert auf jeden Fall. Will man den blauen "Access IBM"- Button als Benutzer unter SuSE 9.3 zu einer sinnvollen Funktion bewegen ist das Programm tpb zu installieren und zu konfigurieren. Seltsamerweise funktioniert er nicht mit aktivierten ACPI. Ich habe dazu keine Lösung gefunden.

ACPI und APM

Funktioniert beides. ACPI läuft mit den SuSE Einstellungen fast perfekt, suspend to ram und suspend to disk (S3 und S4) funktionieren. Suspend to ram muss erst noch im Kontrollzentrum aktivert werden. Die Warnung, das suspend nicht funktioniert kann hier ignoriert werden, es läuft. Beim Aufwachen aus den suspend modis flackert der Bildschirm kurz und hat Fehlfarben, was sich aber nach ca. 3 Sekunden von selbst wieder legt. Möchte man APM nutzen ist etwas Handarbeit nötig. Als Bootparameter muss acpi=off apm=on übergeben werden.

- der Datei /etc/udev/rules.d/50-udev.rules ist folgende Zeile hinzuzufügen:

  KERNEL="thinkpad", Name="%k", MODE="660", GROUP="thinkpad", OPTIONS="ignore_remove"

- eine neue Gruppe "thinkpad" anlegen (dazu Yast verwenden)

- alle Benutzer, welche die Tasten für suspend modi verwenden dürfen, der Gruppe "thinkpad" hinzufügen

- im Kontrollzentrum,-> System,-> Einstellungen,-> Thinkpad: suspend to disk/ ram aktivieren und den Video- Ausgang auf PAL umstellen.

Speedstepping, also der Stromspar Modus des Prozessors für längere Akku- Laufzeiten, funktioniert sowohl mit APM als auch mit ACPI.

Netzwerk

Sowohl die Lan- als auch die WLAN- Karte wird sofort erkannt. Die Lan- Karte kann sofort benutzt werden, die WLAN- Karte nach dem ersten Online-Update.

Modem

Wolfgang Dautermann teilte mit: "Das interne Modem funktioniert, allerdings nicht mit dem Treiber, den SuSE Linux zu erkennen glaubt, sondern mit dem von Linuxant [Externer Link] Eine langsame Version (14.4Kbps) ist gratis verfuegbar, fuer die volle Geschwindigkeit muss man eine Lizenz kaufen."

Multimedia

Aus Lizenzgründen sind die multimedialen Fähigkeiten von SuSE stark beschnitten worden. Musik als MP3-Datei kann nach dem ersten Online- Update gehört werden. Dazu ist einer der Multimedia-Packs von SuSE zu installieren. Als vernünftigen Multimediaplayer empfehle ich Xine, aber nicht die SuSE- Version. Es wurden zu viele Veränderungen an diesem Player vorgenommen. Sehr gute Erfahrungen habe ich mit den "xine daily builds" gemacht. Vor der Installation sind die Originalpackete von SuSE unbedingt zu löschen, da sonst fehlende Abhängigkeiten die Neuinstallation behindern. Das geschieht als root auf der Kommandozeile mit dem Befehl:

rpm -e  xine-lib-1.0 xine-ui kaffeine kaxtv xine-extra

Nach dem herunterladen der neuen Pakete wechselt man in das Verzeichnis, in dem sich die Dateien befinden cd <Verzeichnisname> und installiert sie so:

rpm -i xine-ui-*cvs-*.i586.rpm libxine1-*cvs-*.i686.rpm lib*.network.i386.rpm w*.i386.rpm

Die Sternchen stehen für die Versionsnummern. Da diese sich von Woche zu Woche ändern macht es keinen Sinn, sie mit anzugeben. Tip: drücken Sie die <TAB> Taste, nachdem Sie einige Buchstaben des Paketnamens oder der Verzeichnisses eingegeben haben. Die Shell wird automatisch den kompletten Namen für Sie schreiben, das erspart viel Arbeit. 3D-Unterstützung für Spiele erhält man mit den RPM-Paketen auf der ATI-Homepage. Da ich keine 3D- Unterstützung benötige, kann ich nichts zur Installation sagen. Es existieren aber sehr gute Anleitungen in deutscher Sprache [Externer Link].

Sofern nicht bereits bei der Konfiguration von Microsoft-Windows erfolgt, muss der Ländercode für die DVD gesetzt werden. Dazu wird das Programm regionset [Externer Link] benutzt.

Fazit

Ein Notebook von IBM, so wie der hier verwendete T42, ist unter Linux eine Freude. Die Performance und Stabilität ist einfach sagenhaft, die Verarbeitung des Laptops ist sehr gut. Alles wichtige ist mit sehr wenig Aufwand unter Linux lauffähig. Deshalb meine Empfehlung für diese Hardware. Auch SuSE hebt sich mit ihrer automatische Hardware- Erkennung diesmal positiv aus dem Feld der anderen Linux Distributionen hervor. Wenn man wenig Aufwand mit der Installation haben möchte oder Anfänger in Sachen Linux ist SuSE 9.3 für diesen Laptop eine sehr gute Wahl.

Negativ ist mir nur das interne Modem aufgefallen, das kein Freizeichen bekommt und damit nicht lauffähig ist. Leider ist wie so oft ein so genanntes Winmodem verbaut worden, das unter Linux immer Ärger macht. Wenn jemand unter SuSE 9.3 dieses Modem zum funktionieren gebracht hat bitte ich um eine kurze Mail, damit ich es hier veröffentlichen kann und damit auch anderen Leuten hilft.

Lutz Willek

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